Die Profigolferin Anna Scott leidet seit Jahren an Problemen mit der Hüfte. Im September 2016 musste die Engländerin operiert werden. Als Folge eines Hüft-Impingements wurden knöcherne Strukturen arthroskopisch entfernt um optimale Bewegungsabläufe zu gewährleisten. Auf der Suche nach einem Physiotherapeuten-Team kam Anna zu medicoreha nach Neuss. In einem Blog erzählt Anna Scott von ihrem Weg.

Der 8. November sollte der Tag sein, an dem ich nach einer gefühlten Ewigkeit wieder einen Golfschläger in die Hand nahm. Seit August waren die Schläger zwar immer gut sichtbar, aber dennoch leicht zugestaubt in der Ecke. Es sollte also wieder losgehen. Meine Erwartungen waren nicht zu groß. Mir war klar, dass es ein langer Weg sein würde.

Am Golfclub Hummelbachaue traf ich mich nun also mit Leon, meinen Physiotherapeuten, und Hauke, meinem Trainer. Bei diesem Treffen sollte es darum gehen, Ziele zu besprechen und vor allem abzustecken, was möglich war und was nicht. Ich fing also zunächst an zu putten, danach kamen einige Chips hinzu und zu meiner Begeisterung sogar 30, wenn auch nur sehr kurze, Pitches. Alles geschah unter der Aufsicht von Leon und Hauke. Die Übung wollten wir sofort abbrechen, falls ich Schmerzen verspüren würde. Gott sei Dank merkte ich nichts. Ich war beeindruckt von der Kommunikation zwischen Hauke und Leon. Wenn Leon nicht dabei gewesen wäre, hätte ich vermutlich mehr versucht. Zu diesem Zeitpunkt war es sehr wichtig, dass jemand meine Grenzen aufzeigte, denn spüren konnte ich sie nicht. Er war mein Rückhalt in dieser Situation – meine Versicherung. Nach meinem Minigolf-Erlebnis war es meine Aufgabe in den nächsten Tagen beide genauestens über mein Befinden zu unterrichten. Ich hatte Glück, denn in diesen Tagen verspürte ich keine Schmerzen oder Überanstrengungserscheinungen. Damit war ein weiterer, sehr wichtiger Schritt getan und die Arbeit mit Hauke an meiner Golftechnik konnte weitergehen.

In der achten Woche war ich nun wieder in der Lage normal zu laufen. Meine physiotherapeutischen Behandlungen wurden härter und anstrengender. Ich musste feststellen, dass die anfängliche Begeisterung schnell verflog, als ich bemerkte, wie sehr ich an Kraft und Beweglichkeit im Hüftbereich verloren hatte. Leon war sich sicher, dass ich mit einer guten Arbeitsmoral wieder zu alter Stärke gelangen würde. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Übungen für den Rumpf und golfspezifische Übungen mit Rotationen kamen ins Spiel. Wir benutzten den Seilzug, den Medizinball oder auch den Gymnastikball. Es waren solche Übungen, welche von außen so leicht aussehen – in der Umsetzung einem allerdings alles abverlangen. Mir wurde blitzartig klar, wie sehr ich an meiner Rumpfmuskulatur zu arbeiten haben würde. Es dauerte bis in die zehnte Woche, um einen “Overhead-Squat”, also eine Kniebeuge mit den Händen über dem Kopf, mit einem Besenstiel in der Hand, halten zu können. Zwischen Woche zehn und Woche zwölf bemerkte ich dann deutliche Fortschritte.

Die Arbeit zahlte sich aus. Es ist nun also eine Sache des Ehrgeizes: “Dran bleiben”, dachte ich mir. Mit diesem Motivationsschub erkannte ich, wie sehr Leon mir in dieser Phase half. Insbesondere bei technisch anspruchsvollen Übungen, in diesem Fall beim Kreuzheben, musste Leon mich korrigieren. Mein Körper war teilweise einfach nicht in der Position, in der er sein sollte – auch wenn es sich so anfühlte. Eben diese Fähigkeit wiederzuerlangen, ist eines der wichtigsten Ziele. Teilweise konnte ich die Bewegung nicht ausführen, da sich der Hüftbereich, oder auch der “untere Rücken”, blockiert anfühlte. In diesem Fall ging es ab auf die Liege. Leon behandelte die blockierten Bereiche und bei der nächsten Durchführung fühlte sich die Bewegung deutlich besser an.

Dies sind die Augenblicke, in denen man einen erfahrenen Physiotherapeuten braucht, denn alleine hätte ich weitergemacht, ohne den korrekten Ablauf. Als golfspezifisches Problem brachte die unflexible Hüfte meine “Finish”-Position hervor. Durch die Einschränkungen in der Hüfte hatte ich das Gefühl, dass ich auf halbem Weg plötzlich am Ende war. Leon zeigte mir also Dehnübungen, die mich genau in diesem Bereich verbessern sollten. Nach nur wenigen Tagen gelangte ich wieder in eine optimale Position ohne Schmerzen oder Ähnliches zu verspüren.

In der zwölften Woche bin ich nun deutlich stärker geworden. Die Trainingsanteile im Bereich Golf werden mehr und mehr. Was ich kaum glauben konnte ist die Tatsache, dass meine Technik besser geworden ist. Dank der Operation war nun wieder eine optimale Rotation möglich. Dies war für mich ein unglaubliches Erlebnis. Selbst Hauke war überrascht, denn erwartet hatten wir das nicht. Gerade in dieser ersten Phase, in der eben diese physiologischen Defizite aufgearbeitet werden müssen, war Leon ein Partner an meiner Seite, der mir den Weg zurück ins Golftraining erleichterte. Allerdings erkannte ich auch, dass dies nur der Anfang sein würde. Viele Anstrengungen in den Bereichen Fitness, Athletik und Ausdauer warten auf mich – all dies um meinem nächsten großen Ziel näher zu kommen.

Anfang März möchte ich wieder bei 100 Prozent sein. Das nächste große Projekt steht an: Es geht nach China zur CLPGA Qualifying School, in der ich mir eine Tourkarte für die Saison 2017 erspielen möchte. Ich halte euch auf dem Laufenden!

Blog Teil 1 – jetzt lesen

Blog Teil 2 – jetzt lesen

Sie haben Interesse an unserer Golf-Physiotherapie? Rufen Sie unseren Experten Frederik Ramm an: 02131/890-130.